Stress und seine Ursachen

Das müssen Sie wissen

06.01.2020

Mittlerweile hat Stress einen hohen Stellenwert in unserem Alltag eingenommen. Ohne ihn scheint es nicht mehr zu gehen. Das klingt eigentlich gar nicht gut, dennoch ist man mit diesem Gefühl ziemlich en vogue. Wer nicht gestresst ist, der arbeitet wohl nicht, ist ein Versager. Scheint also etwas Positives zu sein, dieser Stress, oder?
Was ist eigentlich Stress?

Ursprünglich wurde Stress unter anderem von Säbelzahntigern und Mammuts ausgelöst. In Reaktion darauf schickte die Nebenniere des Steinzeitmenschen Adrenalin und Noradrenalin los, damit die Muskeln besser mit Sauerstoff versorgt und stärker durchblutet werden konnten. Die Folge: Der Blutdruck stieg, das Herz pochte, Schweiß strömte. Schließlich durfte der Körper trotz oder gerade wegen der Alarmstellung nicht zu heiß laufen. Parallel dazu wurde dem Magen, Darm und den Geschlechtsorganen der Saft abgezogen; es standen wichtigere Dinge als Essen, Verdauen oder Fortpflanzen an – das nackte Überleben in Form von Angriff oder Flucht. Sprich: Entweder versuchte sich der Steinzeitmensch im Kampf mit dem Getier – oder er lief vor ihm weg. Beide Varianten sind die natürlichsten Strategien für Menschen, um sich aus einer Gefahrensituation zu retten.

An der körperlichen Reaktion auf Stress hat sich bis heute nichts geändert. Auch die beiden Lösungswege sind immer noch die effektivsten. Und da entsteht das Problem: Sie sind auf die heutigen Auslöser nur noch bedingt anwendbar. Einem cholerischen Chef eins auf die Mütze zu geben, stellt ihn zwar zunächst ruhig, aber beendet auch ziemlich schnell ihre berufliche Laufbahn. Und vor ihm wegzulaufen, wird wahrscheinlich zu einem ähnlichen Ergebnis führen. Es müssen also andere Ideen her.
 

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Welche Auslöser hat Stress heute?

Einige. Laut einer Umfrage der Techniker Krankenkasse fühlen sich fast die Hälfte der Deutschen durch ihren Arbeitsplatz gestresst. Besonders dann, wenn ihr Job verlangt, ständig erreichbar zu sein. Auch das Thema „Kind und Karriere“ unter einen Hut zu bekommen, zerrt an den Nerven. Über 80 Prozent der 30- bis 39-Jährigen fühlen sich laut der Befragung zumindest manchmal gestresst. 

Insgesamt gestehen sich 43 Prozent der Deutschen ein, durch eigene Ansprüche in Alarmbereitschaft versetzt zu werden. Für knapp ein Drittel ist sogar die Freizeit mit Stress verbunden. Generell müssen es aber gar nicht immer so konkrete Dinge sein. Auch schon der Gedanke an eine bestimmte Situation kann uns stressen. Neben dem psychischen Stress sind wir – wie vor Millionen Jahren auch – anfällig für physischen Stress. Kälte, Hitze, Lärm oder Hunger sind nämlich ebenfalls Dinge, die uns mürbe machen.
 

Welche Folgen hat Stress?

Er kann uns krankmachen. Sind wir gestresst, arbeitet der sogenannte Sympathikus – der Teil des Nervensystems, der für Action zuständig ist – auf Hochtouren. Kommt sein beruhigender Gegenspieler, der Parasympathikus nie zum Zug, lassen stressbedingte Krankheiten nicht lange auf sich warten. Dazu zählen Bluthochdruck, ein erhöhter Cholesterinspiegel, Rücken-, Magen- und Kopfschmerzen. Auch gehören Schlafstörungen, Gereiztheit und eine schlechtere Performance zu den möglichen Folgen. Zudem sehen Mediziner Stress in einem engen Zusammenhang mit psychischen Krankheiten wie Burnout, Depressionen oder Angststörungen. Auch Übergewicht kann mit Stress zusammenhängen.

Macht Stress krank?

Hat Stress nur negative Seiten?

Aber nein! Zunächst einmal rettete er uns ja damals vor den wilden Tieren – und das ist ziemlich positiv zu bewerten. Man unterscheidet zwischen Eustress und Disstress (oder: Dysstress). Eu ist eine griechische Vorsilbe für „gut“, „dis“ die Vorsilbe für „schlecht“. Stress ist also an sich nichts Schlechtes, er hält uns auf Trab. Das Problem entsteht erst, wenn die Erholung oder ein Ausgleich fehlt. Ist zu viel akuter Stress in unserem Leben, ohne dass ein gutgelaunter Partner, ein entspannendes Wochenende oder einfach ein gutes Buch auf uns wartet, kommt es zur chronischen Überforderung.
 

Gehen alle Menschen gleich mit Stress um?

Nicht wirklich. Es gibt die "Lauten" und die "Stillen". In Fachkreisen unterscheidet man zwischen Stresstyp A und Stresstyp B. Ersterer ist leicht reizbar, nervös und cholerisch. Typ B bleibt hingegen nach außen hin ruhig und schluckt Anspannung hinunter. Natürlich gibt es auch Mischformen und es kommt auf die Situation an. Auch ein Typ B wird irgendwann wütend und Typ A hält mal den Mund. 

Generell gilt: Manche Persönlichkeitsmerkmale scheinen die Stressanfälligkeit zu begünstigen. Wer einen Hang dazu hat, Dinge immer perfekt machen zu müssen, nicht besonders selbstbewusst ist oder sich mehr Sorgen um seine Mitmenschen macht als um sich selbst, fühlt sich leichter gestresst als andere. Die entspannende Nachricht lautet aber: Alles lässt sich ändern. Mittel und Wege, sich ein persönliches Schutzschild zu bauen, gibt es genug. 

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