Globales vs. regionales Superfood

Vergleich der (Vitamin-) Giganten

Anti-Aging-Wundermittel, Schlankmacher, Vitaminbombe oder Energy-Booster: Exotisches Superfood wie Goji-Beeren, Matcha oder Chia versprechen große gesundheitliche Benefits und scheinen unsere heimischen Produkte mächtig in den Schatten zu stellen. Doch sind die Früchte, Pulver und Samen aus fernen Ländern wirklich gesünder oder besser als unser regionales Obst und Gemüse? Wir vergleichen Superfood aus aller Welt und prüfen, ob die Exoten dem Hype um sie gerecht werden. Los geht’s!

 

Exotisches Superfood:

Açai-Beeren

Herkunft: Brasilien

Benefits: Açai-Beeren enthalten Omega-3-Fettsäuren, die die Funktion des Herzen unterstützen sollen. Darüber hinaus sind sie reich an Mineralstoffen und gelten aufgrund ihres hohen Gehalts an Antioxidantien als "Anti-Aging-Wunder".

Geschmack: Die Beeren verfügen über einen hohen Fettgehalt und schmecken daher weniger fruchtig, sondern eher erdig und erinnern an Nüsse oder Schokolade. 

Verwendung: Da die Açai schnell verdirbt, ist sie bei uns unter anderem als tiefgekühltes Fruchtpüree, getrocknet und pulverisiert erhältlich und ideal für Smoothies, Müslis oder sogenannte Açai-Bowls (fruchtige Müsli-Alternativen) geeignet.

 

Regionale Alternative:

Schwarze Johannisbeeren

Schwarze Johannisbeeren ähneln Açai-Beeren zwar wenig im Geschmack, verfügen dafür aber über einen vergleichbar hohen Gehalt an Antioxidantien. Und das regionale Superfood ist ebenso reich an Nährstoffen, vor allem Vitamin A, B, C und E sowie Calcium und Eisen. Da gerät das „Anti-Aging-Wunder“ Açai-Beeren doch fast in Vergessenheit – zumal der Unterschied im Preis sehr deutlich ist.

Weitere Alternativen: Sanddorn und Hagebutte

 

Exotisches Superfood:

Chia-Samen

Herkunft: Lateinamerika, China, Australien und Indien

Benefits: Chia-Samen enthalten fünfmal so viel Kalzium wie Milch und übertreffen mit ihrem Eisengehalt selbst den von Spinat. Dank ihrer hohen Menge an Ballaststoffen gelten sie zudem als verdauungsfördernd.

Geschmack: neutral

Verwendung: Als Topping für Joghurts oder Salate oder eingebacken in Brote und Pfannkuchen. Quellt man Chia-Samen vor dem Verzehr in Flüssigkeit auf, erreichen sie eine geleeartige Konsistenz und sind eine sättigende Zutat für Puddings, Porridge oder Smoothies. Veganer nutzen sie auch gerne als Ei-Ersatz.

 

Regionale Alternative:

Leinsamen

Leinsamen stecken ebenfalls voller Ballaststoffe. Mit ihrem hohen Eiweiß- und Calcium-Gehalt sowie Omega-3-Fettsäuren müssen sie sich vor ihrem exotischen Pendant tatsächlich nicht verstecken. Toller Nebeneffekt: Aufgrund ihrer Konsistenz und Form werden sie zudem als eine Art Peeling oder „Aufräumkommando“ für Magen und Darm gesehen.

Auch Leinsamen können ins Müsli gestreut, in Brot eingebacken oder in Smoothies gemixt werden und dort ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften entfalten.

Weitere Alternativen: Nüsse, Raps- oder Walnussöl

 

Exotisches Superfood:

Quinoa

Herkunft: Südamerika (Ecuador, Peru und Bolivien)

Benefits: Quinoa weist hohe Mengen an Eisen, Eiweiß und Magnesium auf.

Geschmack: neutral bis leicht nussig

Verwendung: Quinoa dient den Andenvölkern schon seit 6000 Jahren als lebenswichtiges Grundnahrungsmittel. Das Superfood ist kein Getreide, sondern ein Gänsefußgewächs (gehört damit zur selben Pflanzenfamilie wie Rote Bete und Spinat) und wird deshalb als Pseudo-Getreide bezeichnet.

Da es glutenfrei ist, aber geschmacklich „richtigem“ Getreide in nichts nachsteht, ist es für Menschen mit Zöliakie eine gute Alternative zu Weizen oder Dinkel.

 

Regionale Alternative:

Hirse

Das regionale Pendant Hirse punktet nicht nur mit einem höheren Eisengehalt als Quinoa, sondern auch noch mit einer Preisersparnis von ca. 4 € je 100 g. Noch nicht überzeugt? Von allen Superfoods hinterlässt Quinoa den größten CO2-Abdruck.

 

Exotisches Superfood:

Matcha

Herkunft: Japan

Benefits: Matcha Pulver enthält u.a. die Vitamine A, B, C und E. Es weist einen höheren Koffein-Anteil auf als so mancher Röstkaffee und wird deshalb gerne ersatzweise getrunken. Der Verzehr soll unter anderem den Blutdruck senken, die Cholesterinwerte verbessern, Stress reduzieren und den Stoffwechsel ankurbeln. Klingt fast zu schön, um wahr zu sein, oder?

Geschmack: je nach Qualität süßlich-mild bis bitter

Verwendung: Matcha wird nicht nur als Tee getrunken, sondern auch als Pulver in Säfte, Kuchen und Smoothies gemixt. In vielen Coffee-Shops findet sich zudem „Matcha-Latte“ im Angebot.

 

Regionale Alternative:

Kamille, Lavendel & Co.

Zugegeben, so viele Inhaltsstoffe wie Matcha vereint kaum ein regionales Produkt in sich. Kamille und Lavendel können mit einer beruhigenden Wirkung aufwarten, Hagedorn und Knoblauch helfen bei Bluthochdruck. Eine vergleichbar hohe Konzentration an Antioxidantien findet man in Karotten, Kürbis oder Löwenzahn.

Allerdings sind sämtliche regionale Alternativprodukte wesentlich preisgünstiger zu bekommen als Matcha: Mit einem 100 g-Preis von mindestens 10 € (je nach Qualität deutlich mehr) verliert der Exot an Boden.

 

Unser Fazit

Wenn Sie das nächste Mal Ihren Smoothie oder Ihr morgendliches Porridge zubereiten, greifen Sie doch mal zu unserem heimischen Superfood. Dies ist nicht nur deutlich günstiger als viele der exotischen Import-Produkte, sondern oftmals auch frischer und dadurch vitaminreicher.

 

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